Social Media für Schreiner: Instagram, Facebook & Co. — was lohnt sich?
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Social Media und Handwerk, passt das zusammen? Die kurze Antwort: Ja, aber nur wenn du es richtig machst. Ich sehe viele Schreinereien, die entweder gar nicht auf Social Media sind oder halbherzig alle paar Monate ein unscharfes Werkstattfoto posten. Beides bringt nichts.
Die gute Nachricht: Als Schreiner hast du einen riesigen Vorteil gegenüber den meisten anderen Branchen. Du produzierst etwas Greifbares, Schönes, Handgemachtes. Und genau das funktioniert auf visuellen Plattformen extrem gut. In diesem Artikel zeige ich dir, welche Plattformen sich wirklich lohnen und welche du getrost ignorieren kannst.
Welche Plattformen für Schreiner sinnvoll sind
Nicht jede Plattform ist für jedes Gewerk geeignet. TikTok, LinkedIn, X, YouTube, die Liste ist endlos. Für Schreinereien kristallisieren sich aber klar drei Plattformen heraus, die sich lohnen können:
- •Instagram: Klare Nummer eins für Handwerker. Visuell, hohe Reichweite, perfekt für Vorher-Nachher und Werkstatt-Einblicke.
- •Facebook: Noch relevant für lokale Gruppen und ältere Zielgruppen. Gut für Empfehlungen und Community.
- •Pinterest: Unterschätzter Kanal, der langfristig Besucher auf deine Website bringen kann. Ideal für Inspirationsbilder.
Mein Rat: Konzentriere dich auf eine Plattform und mach die richtig gut. Lieber einen starken Instagram-Kanal als drei mittelmäßige Profile auf verschiedenen Plattformen.
Instagram für Schreiner
Instagram ist wie eine digitale Visitenkarte mit Schaufenster. Potenzielle Kunden sehen sofort, was du kannst, ohne deine Website besuchen zu müssen. Der Algorithmus belohnt regelmäßige, hochwertige Inhalte und Interaktion mit deiner Community.
Was auf Instagram funktioniert
- •Vorher-Nachher-Bilder: Der absolute Reichweiten-Booster. Ein leerer Raum wird zur Traumküche. Ein alter Dachboden wird zum Homeoffice. Diese Transformation fasziniert Menschen.
- •Werkstatt-Einblicke: Zeige den Prozess. Wie du Holz auswählst, wie eine Zinkenverbindung entsteht, wie du eine Oberfläche ölst. Menschen lieben es, Handwerkern bei der Arbeit zuzusehen.
- •Reels und kurze Videos: Ein 15-Sekunden-Video, in dem du eine Schublade einbaust, bekommt oft mehr Reichweite als jedes Foto. Instagram pusht Video-Content massiv.
- •Fertige Projekte: Hochwertige Fotos deiner besten Arbeiten. Gutes Licht, aufgeräumter Hintergrund, verschiedene Perspektiven. Das ist dein Portfolio in der Hosentasche.
Als ich noch in der Werkstatt stand, hätte ich nie gedacht, dass ein Video vom Hobeln tausende Menschen interessiert. Aber genau das passiert, wenn Handwerk auf Social Media trifft. Die Wertschätzung für echte Handarbeit ist online enorm.
Facebook — noch relevant?
Facebook hat seine besten Zeiten hinter sich, aber abschreiben solltest du es nicht. Für Schreinereien gibt es zwei Bereiche, in denen Facebook noch Wert hat:
- •Lokale Gruppen: In fast jeder Stadt gibt es Facebook-Gruppen wie "Empfehlungen für München" oder "Handwerker gesucht Augsburg". Dort werden regelmäßig Schreiner gesucht. Wenn du dort aktiv bist und hilfreich antwortest, bekommst du Anfragen.
- •Bewertungen und Empfehlungen: Viele Kunden, besonders im Alter 40+, schauen sich Bewertungen auf Facebook an. Eine Facebook-Seite mit guten Bewertungen stärkt das Vertrauen.
Was du auf Facebook lassen kannst: stundenlang organischen Content produzieren. Die organische Reichweite ist minimal. Nutze Facebook gezielt für lokale Gruppen und als Bewertungsplattform, aber investiere deine Zeit lieber in Instagram oder deine Website.
Pinterest als Geheimtipp
Pinterest wird von den meisten Handwerkern komplett ignoriert. Ein Fehler. Denn Pinterest ist keine Social-Media-Plattform im klassischen Sinn, sondern eine visuelle Suchmaschine. Menschen suchen dort aktiv nach Inspiration: "Einbauschrank Ideen", "Küche Holz modern", "Badmöbel Eiche".
Der Vorteil: Ein Pin auf Pinterest kann noch Jahre nach dem Posten Traffic auf deine Website bringen. Anders als bei Instagram, wo ein Post nach 24 Stunden im Feed verschwunden ist, arbeitet Pinterest langfristig für dich. Lade hochwertige Fotos deiner Projekte hoch, verlinke sie auf deine Website und lass Pinterest den Rest erledigen.
Besonders spannend: Die Pinterest-Nutzer sind oft genau in der Phase, in der sie einen Schreiner suchen. Sie planen eine Renovierung, sammeln Ideen und suchen nach Umsetzungsmöglichkeiten. Wenn deine Arbeit dort auftaucht, bist du zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort.
Content-Ideen für Schreiner
Der häufigste Grund, warum Schreiner Social Media aufgeben: ihnen fällt nichts ein. Dabei hast du als Handwerker unendlich viel Material. Hier eine Liste mit konkreten Ideen:
- •Projekt-Dokumentation: Begleite ein Projekt von der ersten Skizze bis zur Montage. Das gibt mehrere Posts aus einem einzigen Auftrag.
- •Material-Wissen: Erkläre den Unterschied zwischen Eiche und Esche, warum Massivholz arbeitet oder wie man Holz richtig pflegt.
- •Werkzeug des Tages: Zeige dein Lieblingswerkzeug und erkläre, wofür du es nutzt. Einfach umzusetzen und kommt gut an.
- •Team vorstellen: Zeige die Menschen hinter der Werkstatt. Ein Azubi bei der Arbeit, der Meister beim Schleifen, das Team beim Mittagessen.
- •Kundenstimmen: Teile positives Feedback als Screenshot oder Zitat-Grafik. Social Proof funktioniert auch auf Social Media.
- •Detail-Aufnahmen: Eine Nahaufnahme einer Holzmaserung, einer sauberen Gehrung oder einer Gratleiste. Solche Bilder zeigen Qualität ohne Worte.
Social Media vs. eigene Website
Jetzt kommt der wichtigste Punkt: Social Media ist ein Kanal, keine Basis. Dein Instagram-Profil gehört dir nicht. Meta kann morgen den Algorithmus ändern, deinen Account sperren oder die Plattform einstellen. Deine Website gehört dir.
Social Media eignet sich hervorragend, um Reichweite aufzubauen und deine Arbeit zu zeigen. Aber wenn ein potenzieller Kunde dich ernsthaft beauftragen will, geht er auf deine Website. Dort erwartet er eine professionelle Darstellung, klare Kontaktmöglichkeiten und ein vollständiges Bild deiner Schreinerei.
Die ideale Strategie: Nutze Instagram, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und leite Interessenten auf deine Website weiter. Dort überzeugst du mit einem starken Portfolio, klaren Leistungen und einem einfachen Kontaktformular. Social Media bringt die Leute ins Schaufenster, deine Website schließt den Auftrag ab.
Wenn du noch keine professionelle Website hast, sollte das der erste Schritt sein. Denn ohne Website verpufft ein Großteil deiner Social-Media-Arbeit. Du baust Reichweite auf, aber die Interessenten haben keinen Ort, an dem sie den nächsten Schritt machen können.
Häufig gestellte Fragen
Welche Social-Media-Plattform ist am besten für Schreiner?
Instagram ist für die meisten Schreinereien die beste Wahl. Die visuelle Ausrichtung passt perfekt zu handwerklichen Arbeiten. Vorher-Nachher-Bilder, Werkstatt-Einblicke und fertige Projekte lassen sich dort ideal präsentieren. Pinterest ist ein unterschätzter Zweitkanal, der langfristig Sichtbarkeit bringt, weil Pins noch Jahre nach dem Posten gefunden werden.
Wie oft sollte eine Schreinerei auf Social Media posten?
Qualität schlägt Quantität. Zwei bis drei Beiträge pro Woche auf Instagram reichen völlig aus. Wichtiger als die Frequenz ist die Regelmäßigkeit und die Qualität der Bilder. Ein gutes Foto eines fertigen Projekts bringt mehr als zehn hastig gepostete Werkstattbilder. Plane am besten einen festen Tag pro Woche für die Content-Erstellung ein.
Brauche ich als Schreiner Social Media, wenn ich eine Website habe?
Social Media und eine eigene Website ergänzen sich, ersetzen sich aber nicht. Deine Website ist die Basis für Google-Sichtbarkeit, Vertrauen und direkte Anfragen. Social Media eignet sich hervorragend, um Reichweite aufzubauen und deine Arbeit einem breiteren Publikum zu zeigen. Idealerweise nutzt du beides, wobei die Website immer Priorität haben sollte.
Erst die Basis, dann Social Media
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Zuletzt aktualisiert: 2. April 2026