Schreiner-Website selber bauen oder vom Profi? Der ehrliche Vergleich
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Du weißt, dass deine Schreinerei eine Website braucht. Aber wer soll sie bauen? Selber machen mit einem Baukasten? Einen Freelancer beauftragen? Oder gleich eine Agentur? Jede Option hat Vor- und Nachteile — und manche davon erfährst du erst, wenn es zu spät ist.
In diesem Artikel vergleiche ich die drei Wege ehrlich und ohne Verkaufsmasche. Als jemand, der vom Schreiner zum Webdesigner geworden ist, kenne ich beide Seiten: die des Handwerkers, der investieren soll, und die des Webdesigners, der liefern muss.
Die drei Optionen im Überblick
Grundsätzlich hast du drei Wege zu einer Website:
- •Baukasten (Jimdo, Wix, Squarespace): Du baust selbst. Geringe Kosten, volle Kontrolle, aber auch voller Zeitaufwand.
- •Freelancer: Eine Einzelperson baut für dich. Persönlich, flexibel, mittleres Budget.
- •Agentur: Ein Team baut für dich. Professionell, strukturiert, höheres Budget.
Keine dieser Optionen ist grundsätzlich falsch. Die richtige Wahl hängt von deinem Budget, deiner verfügbaren Zeit und deinen Ansprüchen ab. Lass uns jede Option im Detail durchgehen.
Baukasten (Jimdo, Wix) — Vorteile und versteckte Nachteile
Die Werbung klingt verlockend: In wenigen Stunden eine professionelle Website, ohne Vorkenntnisse, ab 0 Euro. Und ja, Baukästen sind einfacher geworden. Die Templates sehen auf den ersten Blick gut aus, der Editor ist intuitiv und technisch musst du dich um nichts kümmern.
Die Vorteile sind real:
- •Geringe Einstiegskosten (10 bis 40 Euro pro Monat)
- •Du kannst sofort anfangen
- •Änderungen kannst du selbst vornehmen
- •Hosting und Technik sind inklusive
Aber jetzt die Nachteile, die in der Werbung fehlen:
- •Zeitaufwand: "Ein paar Stunden" werden schnell zu Tagen oder Wochen. Texte schreiben, Bilder bearbeiten, Layout anpassen — das frisst Zeit, die du in der Werkstatt produktiver nutzen könntest.
- •Design-Grenzen: Templates sehen bei vielen Betrieben ähnlich aus. Deine handgefertigten Möbel verdienen mehr als eine Vorlage, die auch der Friseur nebenan nutzt.
- •SEO-Einschränkungen: Baukästen bieten grundlegendes SEO, aber bei technischen Details wie Ladezeit-Optimierung, strukturierten Daten oder Core Web Vitals stoßen sie an Grenzen.
- •Abhängigkeit: Deine Website gehört dem Anbieter, nicht dir. Erhöht Wix die Preise, hast du keine Wahl. Stellt Jimdo einen Dienst ein, verlierst du alles.
- •Ladezeiten: Baukasten-Websites laden oft langsamer als handgebaute Seiten. Google bestraft langsame Seiten im Ranking.
Mein ehrliches Fazit: Wenn du wirklich kein Budget hast und bereit bist, viele Abende zu investieren, kann ein Baukasten ein Anfang sein. Aber rechne deine investierte Zeit ehrlich gegen. Wenn du 30 Stunden an der Website sitzt und dein Stundensatz in der Werkstatt 60 Euro beträgt, hast du 1.800 Euro "investiert" — für ein Ergebnis, das meistens nicht an eine professionelle Website heranreicht.
Freelancer — flexibel aber riskant
Ein Freelancer ist eine Einzelperson, die deine Website gestaltet und entwickelt. Du arbeitest direkt zusammen, ohne Zwischenebenen. Das kann großartig sein — oder frustrierend.
Die Vorteile: Freelancer sind oft günstiger als Agenturen (2.000 bis 6.000 Euro für eine typische Handwerker-Website). Die Kommunikation ist direkt und persönlich. Gute Freelancer liefern individuelle Arbeit, die genau auf deinen Betrieb zugeschnitten ist.
Die Risiken: Du weißt vorher nicht, ob der Freelancer hält, was er verspricht. Es gibt keine Qualitätsgarantie, keine Vertretung bei Krankheit, und wenn die Chemie nicht stimmt, hast du ein Problem. Außerdem sind manche Freelancer Generalisten — sie können alles ein bisschen, aber nichts richtig gut.
Der wichtigste Tipp: Schau dir die bisherigen Arbeiten an. Hat der Freelancer schon Websites für Handwerker gebaut? Versteht er deine Branche? Ein Webdesigner, der normalerweise Online-Shops für Modemarken baut, wird bei einer Schreiner-Website andere Prioritäten setzen als einer, der das Handwerk kennt.
Agentur — professionell aber teuer?
Agenturen bringen ein Team mit: Designer, Entwickler, Texter, Projektmanager. Das Ergebnis ist in der Regel professionell und durchdacht. Aber du zahlst auch für den Overhead: Büro, Mitarbeiter, Prozesse.
Für eine Website liegen die Kosten typischerweise bei 5.000 bis 15.000 Euro. Bei größeren Projekten mit Sonderfunktionen auch deutlich mehr. Dazu kommen oft monatliche Wartungsgebühren von 50 bis 200 Euro.
Ist das zu viel? Kommt drauf an. Wenn eine Website dir jeden Monat zwei bis drei neue Aufträge bringt, amortisiert sich die Investition schnell. Aber das Problem: Du weißt vorher nicht, ob die Website diese Aufträge wirklich bringt. Du zahlst im Voraus und hoffst.
Ein weiterer Punkt: Nicht jede Agentur versteht Handwerker. Viele Agenturen arbeiten für alle Branchen und liefern generische Ergebnisse. Eine Schreinerei braucht keine Website, die aussieht wie ein Tech-Startup. Sie braucht eine, die Vertrauen aufbaut, Handwerkskunst zeigt und Anfragen generiert.
Was du wirklich brauchst (ehrliche Einschätzung)
Bevor du dich für eine Option entscheidest, kläre zuerst, was du tatsächlich brauchst. Viele Schreiner lassen sich Funktionen verkaufen, die sie nie nutzen. Hier eine realistische Checkliste:
- •5 bis 8 Seiten: Startseite, Leistungen, Portfolio/Galerie, Über uns, Kontakt. Mehr brauchen die meisten Schreinereien nicht.
- •Professionelle Bilder: Deine Arbeit ist dein stärkstes Argument. Investiere lieber in einen guten Fotografen als in aufwändige Animationen.
- •Mobile Optimierung: Über 60 Prozent deiner Besucher kommen über das Smartphone. Die Seite muss mobil einwandfrei funktionieren.
- •Lokales SEO: Du willst für "Schreiner [dein Ort]" gefunden werden. Das erfordert technische Optimierung, die ein Baukasten nicht liefert.
- •Schnelle Ladezeiten: Unter 2 Sekunden. Jede Sekunde Wartezeit kostet dich Besucher und schadet dem Google-Ranking.
- •Kontaktmöglichkeit: Ein einfaches Formular, gut sichtbare Telefonnummer. Keine komplizierten Terminbuchungssysteme, es sei denn, du brauchst das wirklich.
- •Rechtssicherheit: Impressum, Datenschutzerklärung, Cookie-Banner. Keine optionale Zugabe, sondern Pflicht.
Was du wahrscheinlich nicht brauchst: einen Blog (es sei denn, du hast Zeit und Lust, regelmäßig zu schreiben), einen Online-Shop, eine Chat-Funktion oder einen Konfigurator. Diese Dinge kann man später ergänzen, wenn sie sich als nötig erweisen.
Website auf Vorleistung — das Beste aus beiden Welten
Es gibt noch einen vierten Weg, der die Vorteile der professionellen Umsetzung mit minimalem Risiko verbindet: eine Website auf Vorleistung.
Das Prinzip: Der Webdesigner baut deine komplette Website, bevor du einen Cent bezahlst. Kein Angebot auf Basis von Versprechen, kein Blindflug. Du siehst das fertige Ergebnis, testest es auf Smartphone und Desktop und entscheidest dann, ob du investierst.
Warum machen wir das bei schon gebaut. so? Weil ich selbst Schreiner war. Wenn ein Kunde bei mir ein Möbelstück bestellt hat, konnte er das Material anfassen und die Qualität prüfen. Er hat nicht blind bezahlt und gehofft. Genau dieses Prinzip übertrage ich auf Webdesign.
Der Vorteil für dich: Du trägst kein finanzielles Risiko. Wenn die Website dich nicht überzeugt, zahlst du nichts. Das klingt nach einem schlechten Deal für den Webdesigner — ist es aber nicht. Denn es zwingt uns, Qualität zu liefern. Wenn das Ergebnis gut ist, überzeugt es von selbst. Und wenn nicht, hätten wir kein Recht, dafür Geld zu verlangen.
So bekommst du eine professionelle Website, die individuell auf deine Schreinerei zugeschnitten ist — mit der Sicherheit, dass du nur für ein Ergebnis zahlst, das dich überzeugt. Kein Baukasten-Kompromiss, kein Agentur-Risiko.
Häufig gestellte Fragen
Kann ich als Schreiner meine Website mit Jimdo oder Wix selber bauen?
Technisch ja. Baukastensysteme ermöglichen es dir, ohne Programmierkenntnisse eine Website zu erstellen. Für den absoluten Anfang kann das reichen. Bedenke aber: eingeschränktes Design, langsamere Ladezeiten, begrenzte SEO-Möglichkeiten. Und rechne deine investierte Arbeitszeit ehrlich gegen — 30 Stunden am Laptop statt in der Werkstatt sind auch eine Investition.
Was kostet eine professionelle Schreiner-Website von einer Agentur?
Agenturen berechnen typischerweise 5.000 bis 15.000 Euro. Freelancer liegen bei 2.000 bis 6.000 Euro. Die Preise hängen von Umfang, Design-Anspruch und Zusatzfunktionen ab. Entscheidend ist nicht nur der Preis, sondern ob der Anbieter deine Branche versteht und ob du das Ergebnis vor der Bezahlung sehen kannst.
Was bedeutet Website auf Vorleistung?
Bei einer Website auf Vorleistung baut der Webdesigner deine komplette Website, bevor du bezahlst. Du siehst das fertige Ergebnis, testest es auf allen Geräten und entscheidest dann, ob du investierst. Das eliminiert das finanzielle Risiko und stellt sicher, dass du nur für Qualität zahlst, die dich überzeugt.
Erst sehen, dann entscheiden?
Komplett auf Vorleistung. Du siehst das Ergebnis, bevor du investierst.
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Zuletzt aktualisiert: 2. April 2026